Cybersicherheitsmonitor 2023: Onlinebetrug kostet Geld, Zeit und Nerven

Cybersicherheitsmonitor 2023: Onlinebetrug kostet Geld, Zeit und Nerven

Cybersicherheitsmonitor 2023: Onlinebetrug kostet Geld, Zeit und Nerven

Über 25 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger haben bereits persönliche Erfahrungen mit Cyberkriminalität gemacht. Die zunehmende Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) bereitet den Befragten große Sorgen, da sie mögliche Fälschungen und Manipulationen von Dokumenten und Medien sowie Angriffe von Cyberkriminellen befürchten. Zudem sehen sie die Sicherheit ihrer persönlichen Daten in Gefahr. Diese Erkenntnisse stammen aus dem Cybersicherheitsmonitor 2023 (CyMon), einer gemeinsamen Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK).

Um sich vor Online-Angriffen zu schützen, ergreifen die Befragten im Durchschnitt vier Maßnahmen: Sie verwenden am häufigsten aktuelle Virenschutzprogramme, sichere Passwörter, eine Firewall auf dem neuesten Stand und die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA). Der Schutz eigener Online-Accounts steht dabei im Mittelpunkt dieser Maßnahmen. Während Personen, die noch nicht Opfer von Cyberkriminalität wurden, hauptsächlich finanzielle Schäden befürchten, haben nur etwa 18 Prozent tatsächlich einen direkten finanziellen Schaden erlitten.

Unter denjenigen Teilnehmenden, die tatsächlich Opfer von Cyberkriminalität waren, mussten acht von zehn Personen einen Schaden hinnehmen. Dies führte vor allem zu einem Vertrauensverlust gegenüber den entsprechenden Onlinediensten, zeitlichen Beeinträchtigungen und emotionalen Schäden wie Kränkung oder Angst. Obwohl beim Online-Banking 87 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer Cybersicherheit als sehr wichtig erachten, betrifft dies beim Online-Shopping nur gut zwei Drittel der Befragten (68 Prozent), obwohl hier ebenfalls sensible Daten wie Kreditkarteninformationen weitergegeben werden. Der CyMon ermöglicht somit wichtige Einblicke in die Cyberkriminalität jenseits der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik.

Dr. Stefanie Hinz, Vorsitzende des Programms der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, erklärt: „Menschen nutzen täglich Online-Angebote, meist um Zeit und Geld zu sparen. Doch gerade diese sind es im Falle eines Schadensverlustes wertvolle Güter. Spontane Einkäufe und vermeintliche Schnäppchen sind Anreiz für Online-Betrugsmaschen. Achten Sie daher auf sichere Zahlungswege und kaufen Sie am besten auf Rechnung ein. Und wenn Sie dennoch Opfer von Betrug werden, melden Sie dies sofort bei uns an. Damit helfen Sie nicht nur dabei, Verbrecher zur Strecke zu bringen; sie verhindern auch finanzielle Verluste anderer Menschen.“

Der CyMon 2023 legt außerdem den Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI). Während fast alle Befragten (96 Prozent) bereits von KI gehört haben, ist ihnen das Ausmaß krimineller Methoden basierend auf oder unterstützt durch KI weitaus weniger bewusst. Am bekanntesten ist der Schockanruf mit einer von KI imitierten Stimme. Obwohl in Deutschland bisher keine Fälle bekannt sind, haben etwa die Hälfte der Befragten (52 Prozent) bereits davon gehört. Weniger Personen kennen künstlich erstellte oder manipulierte Bilder und Videos (48 Prozent) sowie die Nutzung von Profildaten aus sozialen Medien für betrügerische Versuche (46 Prozent).

Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, betont: „Um Bürgern eine stärkere Widerstandsfähigkeit zu ermöglichen, müssen wir zwei Ziele verfolgen: Sie müssen über reale Angriffsmöglichkeiten informiert sein und wissen, wie sie im Ernstfall reagieren können – insbesondere angesichts sich schnell entwickelnder Technologien wie KI. Darüber hinaus sollten wir ihnen konkreten Schutz bieten.“ Plattner hebt hervor, dass es dringend erforderlich ist, den Verbrauchern verschiedene Schutzmaßnahmen verständlich zu erklären und Hilfsangebote für den Fall eines Schadens bereitzustellen – sei es durch Notfall-Checklisten oder Angebote wie das Cyber-Sicherheitsnetzwerk Digitale Ersthelfer“.

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